Der Rebell in mir wird niemals sterben.

2017: Whats Next?

Zusammen mit unserem Master-Distiller Felix Georg Kaltenthaler und Max Bergfried blicken wir auf das bevorstehende Jahr.

 

Nach einem erfolgreichen Jahr 2016 sind wir natürlich alle gespannt was uns dieses Jahr erwartet - die Gerüchteküche brodelt ja gewaltig!

 

FELIX GEORG KALTENTHALER:

Allerdings! Und eines der ersten Highlights 2017 steht Ende Mai schon wieder kurz bevor. Nachdem wir im letzten Jahr in Basel die Made in GSA Competition gewinnen konnten, sind wir dieses Jahr in Wien auch wieder im Finale vertreten. Dieses mal freut es mich ganz besonders, denn mit Christoph „Chutz“ Stamm aus dem Baseler Angels Share hat es ein Schweizer Bartender mit Revolte ins Finale geschafft. Worauf ich mich persönlich aber auch wieder riesig freue, ist endlich mal wieder viele meiner Brenner-Kollegen zu sehen!

 

Und was gibt es neben der GSA zu berichten? Man hat in der Vergangenheit ja immer mal wieder gehört, dass eventuell bald ein Falernum auf den Markt kommen wird.

 

FELIX GEORG KALTENTHALER:

Immer wieder trifft es vollkommen. Zum ersten Mal darüber nachgedacht, habe ich vor ca. 1 Jahr, als mich Max Bergfried der damals noch im Kölner Spirits am Brett stand, darauf angesprochen hat. Die Idee fand ich damals sofort klasse. Allerdings haben wir es lange Zeit nicht geschafft unser Vorhaben auch in die Tat umzusetzen. Ich war aus gesundheitlichen Gründen leider lange verhindert. Aber in der Zwischenzeit ist viel passiert, Max hat es vom Spirits in seine Heimatstadt nach Düsseldorf und dort in die Bricks Bar gezogen und ich bin gesundheitlich wieder mehr oder weniger auf der Höhe. Zeit also um das Thema Falernum endlich aufzugreifen!

 

Für alle die mit dem Begriff Falernum nichts anfangen können: was hat es denn damit auf sich? Und die nächste Frage. So wie wir euch kennen, dürfen wir wohl keinen klassischen Falernum erwarten?

 

FELIX GEORG KALTENTHALER:

Ein Falernum ist vereinfacht gesagt ein Likör auf Rum Basis, der mit verschiedenen Gewürzen wie beispielsweise Limetten, Mandeln, Nelken und Ingwer aromatisiert wird. Eine genaue Vorgabe bezüglich den Gewürzen gibt es allerdings nicht, was uns natürlich viel Spielraum für unsere persönlichen Vorstellungen lässt. In den letzten Jahren hat der Falernum bedingt durch den Aufschwung der Tiki-Kultur ein kleines Comeback gefeiert. Drinks wie der Corn n’ Oil, Ranglum oder auch ein klassischer Mai-Tai kommen ohne einen guten Falernum einfach nicht aus.

 

MAX BERGFRIED:

Wir versuchen das Thema Falernum etwas neu zu interpretieren. Bei uns stehen nicht die sonst üblichen Weihnachts-Aromen im Mittelpunkt, sondern ganz klar die fruchtigen. Zum einen werden diese durch den Rum selbst, als auch durch die ein, oder andere für ein Falernum außergewöhnliche Zutat, mitgebracht. Auch beim Alkoholgehalt haben wir uns nicht lumpen lassen und liegen da deutlich über dem Standard, ganz nach dem Motto: „ Mehr Alkohol, weniger Zucker“.

 

In unserem letzten Gespräch hast du es ja bereits angesprochen. Wir dürfen uns dieses Jahr auch endlich auf den ersten Fassgelagerten Revolte freuen.

 

FELIX GEORG KALTENTHALER:

Endlich ist hier das Stichwort. Eines der ersten Projekte, dass ich direkt zu Beginn bei Revolte in Angriff genommen habe, war das Fassmanagement. Und dieses Jahr ist es also endlich soweit: nach drei Jahren Reifung ist dieses Jahr unser erstes Fass füllfertig. Zu viel will ich allerdings noch nicht verraten, nur so viel sei gesagt: es wird sehr trocken und hochprozentig! 

 

Eine letzte Frage: ins Jahr 2017 bist du mit einem klassischen Daiquiri gestartet. Welcher Drink hat es dir jetzt aktuell angetan?

 

FELIX GEORG KALTENTHALER:

Seit ich den Falernum für mich entdeckt habe, kann ich meine Finger vor allem nicht mehr vom Royal Bermuda Yacht Club lassen. Bomben Teil! Cheers!

Jahresrückblick 2016: Master-Distiller Felix Georg Kaltenthaler

 

 

Zum Jahresende haben wir mit unserem Master-Distiller Felix Georg Kaltenthaler über unser Jahr 2016 gesprochen.

 

2016 neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. Zeit also um das zurückliegende Jahre Revue passieren zu lassen. Was waren deine Highlights, wie hast du 2016 erlebt?

 

Unser Jahr 2016 war extrem turbulent. Angefangen beim absoluten Ausverkauf im Januar - wir konnten fast zwei Monate keine Bestellung mehr annehmen, über den Gewinn der Made in GSA Competition in der Bar des Grand Hotel Les Trois Rois in Basel, bis hin zum Launch unseres neuen Revolte Overproofs auf dem Bar Convent in Berlin. 2016 hatte es in sich. Dass ich dann kurz vor Weihnachten vom Mixology Magazin noch zu einem der 10 besten Brenner in Deutschland, der Schweiz und Österreich gewählt wurde, war für mich persönlich das absolute I-Tüpfelchen und der Preis für die tägliche harte Arbeit.

 

Du hast es bereits angesprochen, im Januar und Februar hatten wir enorme Lieferschwierigkeiten. Was war passiert?

 

Eigentlich müssen wir sogar im Jahr 2015, genauer gesagt im August 2015 anfangen. Denn dort hat mit unserer Release Party ja bekanntlich alles angefangen. Als am 12. August die ersten Drinks über den Tresen der Manoamano Bar gewandert sind, da waren wir stolz wie Bolle - denn eigentlich war Revolte ja als sprichwörtliche Schnapsidee entstanden. Rum war und ist nach wie vor eine meiner absoluten Lieblingsspirituosen. Als ich in die Brennerei eingestiegen bin, dachte ich mir, warum nicht einfach mal Rum machen. Schließlich haben wir bis auf die Melasse alles vor Ort. Dass dann letztendlich ein eigenständiges Produkt aus meiner Spielerei hervorgegangen ist, war nie wirklich geplant. Dementsprechend hatten wir zu Beginn auch nur eine wenige gereifte Batches im Lager. Anders als bei anderen Spirituosen, die direkt nach der Destillation abgefüllt werden, reift Revolte für 6 Monate. Und eben diese 6 Monate sind uns anfangs zum Verhängnis geworden. Wir haben schlichtweg nicht damit gerechnet, dass Revolte so einschlagen würde - die Nachfrage war viel größer als gedacht und die ersten Batches waren schnell vergriffen. Da wir aber nach dem Credo Qualität über Quantität arbeiten, mussten wir eben warten, bis die nächstes Batches ihr Reifephase von 6 Monaten vollzogen hatten, deswegen die Lieferengpässe. Daraus haben wir aber gelernt - so schnell dürften wir nicht mehr ausverkauft sein. Versprochen!

 

Eines der absoluten Highlights von 2016 war auf jeden Fall auch die Made in GSA Competition mit ihrem Finale im Grand Hotel Les Trois Rois in Basel. Wie hast du die Competition erlebt?

 

In der Bar eines so historischen Hauses wie des Les Trois Rois neue Cocktailkreationen entdecken zu dürfen? Dass war schon großartig. Dass wir mit Revolte drei von zehn Bartender bzw. Drinks im Finale gestellt haben, war natürlich schon phänomenal. Dass wir dann letztlich sogar die ersten beiden Plätze belegt haben, hat das Ganze natürlich noch getoppt. Sowohl Max Bergfried, der mit seine „Réunion“ den zweiten Platz belegt hat, als auch Matthias Ingelmann der mit dem „Rum to the Roots“ aufs Siegertreppchen klettern durfte, haben einen riesen Job gemacht.

 

Insgesamt war die GSA Competition natürlich eines der absoluten Highlights 2016. Auch wenn die GSA für mich eigentlich keine Competition im herkömmlichen Sinn, sondern vielmehr ein großes Klassentreffen war. Mir hat es irre Spaß gemacht, die anderen Brenner hinter den Marken aus dem deutschsprachigen Raum kennenzulernen bzw. endlich einmal wieder zusehen. Ich freue mich schon auf die nächste GSA in Wien. 

 

Im Oktober hat der Revolte Overproof im Rahmen des Bar Convent Berlin zum ersten Mal das Licht der Welt erblickt. Wie kam es dazu? 

 

Im Laufe des letzten Jahres bin ich oft darauf angesprochen worden, warum wir bei Revolte denn noch keinen Overproof im Sortiment haben. Die Frage habe ich mir dann natürlich auch selbst gestellt und auch schnell beantworten können - eine kräftigere Variante unseres Revolte Rums? Hell yeah! Gesagt, getan und wir haben uns direkt an die Arbeit gemacht. Die Resonanz auf dem BCB war durchweg positiv, sogar so positiv, dass wir uns unter den Top-Neuentdeckungen wiederfinden durften. Auch bei Eye For Spirits konnten wir mit unserem Overproof auf ganzer Linie überzeugen und haben es unter den 15 besten Spirituosen im Jahr 2016 auf einen starken 4. Platz geschafft. Mittlerweile füllen wir den dritten Batch, sprich wir haben wohl alles richtig gemacht. 

 

Kurz vor Weihnachten bist du vom Mixology Magazin als einer der 10 besten Brenner im GSA-Raum ausgezeichnet worden. Was bedeutet das für dich persönlich und worauf dürfen wir uns in diesem Zusammenhang im Jahr 2017 freuen?

 

Diese Auszeichnung ehrt mich natürlich immens. Gerade auch weil sich auf dieser Liste Namen wie z.B. Gerhard Liebl, Hans Reisetbauer und Florian Faude finden. Meinen Namen auf dieser Liste zu lesen, ist dann natürlich eine echte Hausnummer. Für mich ist es aber auch ein Ansporn, diese Leistungen aufrecht zu erhalten und mich nicht darauf auszuruhen. Schließlich stehe ich mit meinen 25 Jahren noch ganz am Anfang meiner Brenner-Laufbahn. 

 

Im nächsten Jahr dürfen wir uns auf zwei Dinge freuen. Zum einen auf die erste Fassgelagerte Revolte Abfüllung und auf eine besondere Variante, über die ich noch nicht all zu viele Worte verlieren möchte, da wir uns aktuell noch in einer Phase befinden, in der wir erst einmal die grobe Richtung festlegen wollen. Jetzt heißt es für uns allerdings erst einmal die Inventur in Angriff zu nehmen und ein bisschen Ruhe zu tanken, um mit neuer Kraft in das Jahr 2017 zu starten.

 

Eine letzte Frage: Mit welchem Drink startest du ins Jahr 2017?

 

Mit einem klassischen Daiquiri. Cheers!